Über Hypnose
Viele Menschen stellen sich unter Hypnose etwas ganz Besonderes vor. Das ist sie auch – aber nicht so, wie man es vielleicht erwarten würde.
Viele Menschen kennen Hypnose aus den so genannten Hypnoseshows. Dort werden Menschen scheinbar in eine Trance versetzt, um dann anscheinend willenlos alle Befehle umzusetzen, die sie von einem Bühnenhypnotiseur erhalten. Es wirkt geradezu so, als ob die Hypnose den Teilnehmern ihren eigenen Willen rauben würde und durch den Willen (bzw. durch die Suggestionen) des Hypnotiseurs ersetzt.
Auch, wenn bei den meisten Bühnenshows tatsächlich Hypnose zum Einsatz kommt, hat die Showhypnose allerdings nur sehr wenig mit der therapeutischen Hypnose zu tun. Bei der Bühnenshow kommt es darauf an, eindrucksvolle Effekte zu erzielen. Deshalb arbeitet ein guter Bühnenhypnotiseur überwiegend mit der durch den Showkontext gegebenen Gruppendynamik, angereichert durch einige hypnotische Routinen. Im Klartext heißt das: Das, was die Teilnehmer bei einer Showhypnose auf der Bühne tun, tun sie wahrscheinlich mehr wegen der Gruppendynamik und der Tatsache, dass sie gerade im Rampenlicht stehen, als wegen der Hypnose.
Niemand verliert in Hypnose seinen Willen. Und tatsächlich ist es sogar so, dass man auch in Tiefenhypnose meist noch jedes gesprochene Wort mitbekommt und durchaus noch eine Wahrnehmung dafür behält, was rings rum um einen geschieht.
In der Psychologie unterscheidet man zwischen dem bewussten Denken (Bewusstsein) und dem Unterbewusstsein bzw. Unbewussten. Das Bewusstsein ist unser ganz normales Denken, die Stimme in unserem Kopf. Das Unterbewusstsein hingegen ist eine Sammlung all unserer unbewusst vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten: So sind sämtliche körperlichen Funktionen beispielsweise dem Unterbewusstsein zuzuordnen (Herzschlag, Puls, Atmung), aber auch unsere Verhaltensweisen und unsere Gefühle entspringen zumeist unserem Unterbewusstsein.
Der Unterschied zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein lässt sich am besten anhand eines konkreten Beispiels verdeutlichen. Nehmen wir zum Beispiel einen typischen Raucher, der gerne mit dem Rauchen aufhören möchte, aber scheinbar nicht kann. Er weiß ganz genau, dass es sinnvoll wäre, mit dem Rauchen aufzuhören. Dieses Wissen entspringt der Ratio, dem bewussten Denken.
Aber immer dann, wenn er wieder versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, meldet sich sofort eine Art inneres Alarmsignal. Das Unterbewusstsein signalisiert, dass etwas fehlt. Dieses Signal kann so laut und so intensiv werden, dass es irgendwann übermächtig genug ist, um das Vorhaben des Nichtrauchens zu kippen und den Menschen dazu zu bringen, wieder zur Zigarette zu greifen.
In der Psychologie ist es längst bekannt: Das Unterbewusstsein ist in fast jedem Falle deutlich stärker als das Bewusstsein. Und genau hier kommt die Hypnose ins Spiel. Mit Hypnose erlangen wir quasi einen direkten Zugriff auf das Unterbewusstsein. Mit Hypnose können wir neue Ressourcen im Unterbewusstsein verankern, bereits vorhandene Ressourcen wecken und mobilisieren, aber auch alte, unerwünschte Gefühle, Verhaltensweisen und Blockaden dazu anregen, über Bord gespült zu werden.
Manch ein Hypnotiseur beschreibt den Prozess der Hypnose als eine Art Neurogrammierung des „inneren Betriebssystems“. Das kommt dem eigentlichen Wesen der Hypnose schon sehr nahe. In der Praxis erleben wir tagtäglich aufs Neue, wie Menschen, die ihre Blockaden Jahre – wenn nicht gar jahrzentelang - mit sich herumgeschleppt haben, in kürzester Zeit Lösungen finden und Hürden überwinden. Möglich wird dies durch den direkten, positiven Zugriff auf das Unterbewusstsein. Was die Klienten als absolut positiven Zusatznutzen erleben: die Hypnose fühlt sich sehr entspannend an. Die allermeisten Klienten wachen nach der Hypnose erfrischt und vitalisiert wieder auf.